Die meistgestellten Fragen zur Medizin Cannabis
Darf Cannabis als Medikament verwendet
werden?
Cannabis in Substanz (Blütenstände der Hanfpflanze) darf
in Österreich nicht als
Medikament eingesetzt werden, synthetisches THC (Dronabinol) sowie
das ebenfalls
synthetische THC-Analog Nabilon sind gegen Suchtmittelrezept verschreibbar.
Dessen ungeachtet wird Cannabis auch in Österreich therapeutisch
eingesetzt. Im
Frühjahr 2001 wurde ein bedeutendes Urteil bekannt: einem Mann
aus Wels, der an
AIDS leidet, wurde nach einem jahrelangen Gerichtsstreit das Anpflanzen
von
Cannabis in seinem Garten gestattet, explizit um daraus die Droge
Hanf zu
gewinnen, die sich für die Symptomatik seiner Beschwerden bewährt
hatte.
Anders sieht es mit dem Öl der Hanfsamen aus: dieses praktisch
THC-freie Produkt
ist frei verkäuflich und dennoch ein Therapeutikum. Es stärkt
im allgemeinen als
wertvolles Nahrungsmittel und hilft im Besonderen bei Neurodermitis,
Psoriasis,
Prämenstruellem Syndrom, rheumatoider Arthritis, diabetischer
Neuropathie,
Herzkreislauferkrankungen.
Wann hilft mir Cannabis?
Multiple Sklerose: MS ist die wichtigste Einzelindikation,
bei der sich Cannabis
bewährt hat. MS-Patienten leiden an schmerzhaften Spastiken,
Cannabis entkrampft
hervorragend; zudem macht sich häufig die schlaffördernde
Wirkung positiv
bemerkbar. Ähnlich ist die Wirkung bei Querschnittgelähmten.
AIDS/Krebs-Chemotherapie: Hier wirkt Cannabis v.a. appetitsteigernd
und
übelkeitshemmend; daneben ist noch die stimmungsaufhellende
Wirkung von
Bedeutung.
Schmerzen: Cannabis wirkt unspezifisch schmerzlindernd, in
Kombination mit
Opiaten kumuliert die Wirkung. Bei welchen Formen von Schmerz Cannabis
wirksam
ist, ist noch ungenügend geklärt; gute Erfolge wurden
vielfach bei Migräne und
prämenstruellem Syndrom erzielt. Wichtig scheint in jedem Fall
die mit
Cannabiseinnahme verbundene Distanzierung von Problemen zu sein.
Glaukom: Der Grüne Star entsteht durch zu hohen Augeninnendruck;
Cannabis senkt
diesen Druck, sowohl bei oral/inhalativer Aufnahme als auch durch
lokales
Einträufeln eines (wässrigen!) Auszugs.
Opiat- und Alkoholsucht: Entzugstherapien sind zumeist mit
vielfältiger
medikamentöser Behandlung verbunden: Beruhigungs- und Schlafmittel,
Schmerzmittel und Psychopharmaka. Alle Wirkungen dieser Tabletten
vereint
Cannabis in sich.
Weitere Einsatzgebiete: Anorexie, Kachexie, Epilepsie, hypermotorische
Störungen, Herpes, Asthma, (Alters)schlaflosigkeit ...
Rauchen oder essen?
Vorteil des Rauchens: sofortige Wirkung, gute Dosierbarkeit, hohe
Bioverfügbarkeit
Nachteil des Rauchens: Lungenbelastung (möglicher Ausweg: Inhalationsgeräte),
kurzzeitige Wirkung
Vorteil des Essens: langanhaltende, gleichmäßige Wirkung,
keine Schädigung der
Atemwege
Nachteil des Essens: geringere Bioverfügbarkeit (höher
bei gleichzeitiger
Fettaufnahme), schlechte Dosierbarkeit
Umfragen haben ergeben, dass die höchste Zufriedenheit mit
der medizinischen
Cannabiswirkung von jenen erreicht wird, die die beiden Verfahren
kombinieren.
andere Konsumformen
Inhalieren
Wesentlich gesünder als das Rauchen von Cannabis, bei dem
natürlich (wie bei jeder Verbrennung auch krebserregende Stoffe
entstehen) ist die Inhalation mittels eines Verdampfungsgerätes,
einem so genannten Vaporiser. Hier wird das Cannabis bzw. auch
gelöstes Dronabinol verdampft und dieser Dampf kann dann ohne die
schädlichen Nebenprodukte einer offenen Verbrennung inhaliert
werden. Bei dieser Darreichungsform greifen alle Vorteile des
Rauchens ohne dessen Nachteile.
Links zum Thema Vaporiser »
Sublingual
Eine weitre Möglichkeit besteht in der Einnahme in Form von
sublingualen Präparaten, wo der Wirkstoff durch die Mundschleimhäute
(unter der Zunge) rascher als bei der oralen Einnahme aufgenommen
werden kann und wirksam wird.
FAQs cannabis medicine
» FAQs
cannabis medicine, Informationen der IACM
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