Abstracts

Hier stellen wir Ihnen die kurzen Inhaltsangaben der Vorträge vor (wird laufend ergänzt)


Lutz Musner

Geschichte der Pflanze Cannabis

Der Vortrag beschäftigt sich zum einen mit der globalen „Wanderungsgeschichte“ von Cannabis Sativa von der Vorantike bis ins frühe 20. Jahrhundert und zum anderen mit dessen medizinischer Anwendung seit dem 17. Jahrhundert im Britischen Empire bzw. in (Zentral) Europa. Abschließend wird ein Überblick über die Cannabis Prohibition seit Anfang des 20. Jahrhunderts bis hin zur UN-Single Konvention im Jahr 1961 geboten. Diese bietet bis heute die Grundlage für eine weltweite Drogenkontrolle bzw. die Suchtmittelgesetzgebung, die u.a. auch Cannabis betrifft.


Dr. med. univ. Kurt Blaas 

Anwendungsgebiete und Indikationen in der Cannabismedizin

In der angloamerikanischen Literatur werden über 400 Diagnosen in der Anwendung von Cannabinoiden angegeben. Hier in Österreich gibt es eine kleinere Gruppe von Erkrankungen, welche sich immer wiederholen. Dabei handelt es sich vorwiegend um Tumorerkrankungen verschiedenster Art, neurologische Krankheitsbilder wie Multiple Sklerose, Tourette-Syndrom oder chronische Schmerzen wie bei der Polyneuropathie. Des Weiteren führen Schlafstörungen und Depressionen, aber auch akute Belastungsreaktionen, bei denen die Schuldmedizin nicht ausreichend zu helfen vermag, die Patienten in unsere Ordination. Die Behandlung von Polypharmazie und multimorbiden Patienten nimmt stetig zu und stellt ein größeres Problem dar, welches jedoch bisher nur eine kleine Patientengruppe betrifft. Diese ist schwierig zu behandeln und führt nicht sehr oft zum gewünschten Erfolg.


Dr. med. univ. Kurt Blaas 

Dosierung der Cannabinoide und Kontraindikationen, Vorstellung der in Medizin verwendeten Präparate sowie Rezepturen, Bewilligung durch Krankenkassen

Es gibt bereits eine überschaubare Anzahl von synthetischen und natürlichen Cannabinoid-Präparaten für die praktische Anwendung in der Medizin. Im Vordergrund stehen jedoch nicht die patentierten Präparate wie Sativex oder Epidiolex, sondern magistrale Rezepturen, die aus den vorhandenen Substanzen wie THC und CBD zusammengestellt werden. Am Schwierigsten ist eindeutig die Dosiserstellung, da die Verträglichkeit der Patienten der Substanz gegenüber unterschiedlich ist und der Beikonsum von schulmedizinischen Medikamenten die Dosisfindung erschweren kann. Erfahrung spielt in diesem Bereich die maßgeblichste Rolle.

Die Krankenkassen wissen über die Wirksamkeit von THC sehr gut Bescheid und sind gewillt, bei ca. einem Drittel der Fälle die Kosten zu übernehmen. Die wissenschaftlichen Hintergrundinformationen bei den verschiedenen Erkrankungsbildern spielen dabei ebenso eine entscheidende Rolle so wie die Finanzierbarkeit des Krankenkassensystems. Ein eindeutiges Ost-West-Gefälle wird dabei beobachtet.


Mag. Sinisa Katanic

Praktische Anwendung der Cannabismedizin in der Apotheke. Zubereitung der magistralen Rezepturen 

Ein Überblick über die galenische Zubereitung magistraler Verordnungen von THC und CBD unter Berücksichtigung der Resorption und Bioverfügbarkeit.

Problem: First Pass Effekt

Präsentation von Standardrezepturen und Dosierungsschemata.

Darstellung der häufigsten Wechselwirkungen mit Cannabinoiden.