Abstracts

Hier stellen wir Ihnen die kurzen Inhaltsangaben der Vorträge vor


Dr. med. univ. Kurt Blaas 

Anwendungsgebiete und Indikationen der Monosubstanzen THC und CBD; Vorstellung der in der Medizin verwendeten Präparate

In der angloamerikanischen Literatur werden über 400 Diagnosen in der Anwendung von Cannabinoiden angegeben. Hier in Österreich gibt es eine kleinere Gruppe von Erkrankungen, welche sich immer wiederholen. Dabei handelt es sich vorwiegend um Tumorerkrankungen verschiedenster Art, neurologische Krankheitsbilder wie Multiple Sklerose, Tourette-Syndrom oder chronische Schmerzen wie bei der Polyneuropathie. Des Weiteren führen Schlafstörungen und Depressionen, aber auch akute Belastungsreaktionen, bei denen die Schuldmedizin nicht ausreichend zu helfen vermag, die Patienten in unsere Ordination. Die Behandlung von Polypharmazie und multimorbiden Patienten nimmt stetig zu und stellt ein größeres Problem dar, welches jedoch bisher nur eine kleine Patientengruppe betrifft. Diese ist schwierig zu behandeln und führt nicht sehr oft zum gewünschten Erfolg.

In der medizinischen Anwendung gibt es bereits eine überschaubare Anzahl von synthetischen und natürlichen Cannabinoid-Präparaten. Im Vordergrund stehen jedoch nicht die patentierten Präparate wie Sativex oder Epidiolex, sondern magistrale Rezepturen, die aus den vorhandenen Substanzen wie THC und CBD zusammengestellt werden.


Dr. med. univ. Kurt Blaas 

Dosierung der Cannabinoide und Kontraindikationen, Bewilligung der Rezepturen durch Krankenkassen

Am schwierigsten im Behandlungsalltag ist eindeutig die Dosiserstellung, da die Verträglichkeit der Patienten der Substanz gegenüber unterschiedlich ist und der Beikonsum von schulmedizinischen Medikamenten die Dosisfindung erschweren kann. Erfahrung spielt in diesem Bereich die maßgeblichste Rolle.

Die Krankenkassen wissen über die Wirksamkeit von THC sehr gut Bescheid und sind gewillt, bei ca. einem Drittel der Fälle die Kosten zu übernehmen. Die wissenschaftlichen Hintergrundinformationen bei den verschiedenen Erkrankungsbildern spielen dabei ebenso eine entscheidende Rolle so wie die Finanzierbarkeit des Krankenkassensystems. Ein eindeutiges Ost-West-Gefälle wird dabei beobachtet.


Mag. pharm. Sinisa Katanic

Praktische Anwendung der Cannabismedizin in der Apotheke. Zubereitung der magistralen Rezepturen 

Ein Überblick über die galenische Zubereitung magistraler Verordnungen von THC und CBD unter Berücksichtigung der Resorption und Bioverfügbarkeit.

Problem: First Pass Effekt

Präsentation von Standardrezepturen und Dosierungsschemata.

Darstellung der häufigsten Wechselwirkungen mit Cannabinoiden.


Peter Rausch

Wirkungsmechanismen der Heilpflanze Cannabis. Das Endocannabinoidsystem und Monocannabinoide THC und CBD im Speziellen

Die Entdeckung der Cannabis-Rezeptoren in den frühen 90er-Jahren, sowie der körpereigenen
Endocannabinoide mit ihren umfangreichen Funktionen im menschlichen Organismus, war
die Grundlage für die in den letzten Jahren expandierenden Forschungen und Entwicklungen
auf diesem Gebiet.
Zahlreiche pflanzliche und weit über 1.000 neue synthetische Cannabinoide mit vielfältigen
medizinischen Wirkungsspektren wurden seither entdeckt.
Das klassische Hanf-Cannabinoid THC hat als „Dronabinol“ Eingang in die medizinische
Therapie gefunden.
Das ebenfalls im Hanf vorkommende Cannabidiol (CBD) dessen klinische Erforschung noch
in den Anfängen steckt, ist trotz fehlender Regulierungen in letzter Zeit zu einem regelrechten
Kassenschlager im Gesundheitsbereich geworden.
Insgesamt könnte der verstärkte Einsatz von Cannabinoiden in der Medizin einen
wesentlichen Anteil am medizinischen Fortschritt der Zukunft haben.