Lokalität

Die Fortbildung findet im Grillparzerhaus/Literaturmuseum in der Johannesgasse 6; 1010 Wien statt.

Mehr Information zur Lokalität können Sie den folgenden Links entnehmen:

http://www.oesta.gv.at/site/4984/default.aspx und https://www.onb.ac.at/museen/literaturmuseum/

  • Öffentlich zu erreichen ist die Johannesgasse 6 mit den öffentlichen Verkehrsmitteln U1/U3 Stephansplatz und U2/U4 Karlsplatz; außerdem mit den Straßenbahnen 1, 2, D, 62, 65 und dem Autobus 59A, welche alle an der nahegelegenen Staatsoper halten. Ihre genaue Anfahrt können Sie auf www.wienerlinien.at planen.

 


Für alle die an sonderbare Geschichte der Räumlichkeiten interessiert sind, möchten wir gerne auch folgende Passage zur Verfügung stellen:

Das Hofkammerarchiv umfasst mehr als 30 Millionen Akten, über 10.000 Handschriften sowie zahlreiche Urkunden und Pläne der Hofkammer. Neben den Akten der Finanzverwaltung findet man auch Unterlagen über die Hofstaatsauslagen und die damit verbundenen Repräsentationskosten für Kunst und Kultur. Handwerker und Künstler, Dichter und Denker, Alchemisten und Astrologen wirkten letztlich für Geld, das sie allerdings der langsam zahlenden Hofkammer oft erst mit beredten Bittschriften abringen mussten. Das Hofkammerarchiv ist das älteste der Wiener Zentralarchive und wird 1578 erstmals genannt. Zunächst wurde das Archiv, das 1694 Zuwachs durch die Einverleibung der Bestände der vormaligen Niederösterreichischen Kammer und 1753 jener des einstigen Vizedomamts erhielt, in entsprechend adaptierten Räumlichkeiten im Nordtrakt des Kaiserspitals untergebracht. 1755 wurde es teils in die Wipplingerstraße(Österreichisch-Böhmische Hofkanzlei), teils in die Himmelpfortgasse (Winterpalais des Prinzen Eugen) transferiert, kehrte jedoch 1777 mit allen seinen Beständen wieder ins Kaiserspital zurück. Nachdem 1833 zusätzliche Räume im Kleinmariazeller Hof in Anspruch genommen worden waren, trat an dessen Stelle (nach der Demolierung des Hofes 1842) ein Archivneubau von Paul Sprenger.

Erst seit 1848 wurde das gesamte Hofkammerarchiv in der Johannesgasse 6 untergebracht. Direktor war in diesem Zeitraum Franz Grillparzer, dessen Arbeitszimmer (zweiter Stock) noch so erhalten ist, wie er es 1856 verließ; selbst das Stehpult, an dem er einen Teil seiner Dramen schrieb, ist noch vorhanden. Diese original erhaltene Arbeitsstätte des Dichters (zugleich wohl der einzige erhaltene Biedermeierraum Wiens) kann besichtigt werden. Auch nach der Errichtung des Finanzministeriums (1848) behielt das Hofkammerarchiv seinen alten Namen bei (Finanzministerium-Erlaß 926/1848). Nach dem Ausgleich mit Ungarn kam das Hofkammerarchiv als „Archiv des Gemeinsamen Reichsfinanzministeriums“ zu dieser Behörde, doch blieb der Name Hofkammerarchiv schon deshalb weiterhin in Gebrauch, um Verwechslungen mit dem 1892 gegründeten Finanzarchivauszuschalten.

Nach dem Ersten Weltkrieg hieß das Archiv auch offiziell wieder Hofkammerarchiv. Seit 1945 ist das Hofkammerarchiv mit dem Finanzarchiv personell zu einer Dienststelle zusammengefasst, die eine Abteilung des dem Bundeskanzleramt unterstehenden Österreichischen Staatsarchivs bildet. Mit 1. Dezember 2006 wurde die Abteilung Finanz- und Hofkammerarchiv dem Allgemeinen Verwaltungsarchiv eingegliedert und firmiert unter dem Namen „Allgemeines Verwaltungsarchiv – Finanz- und Hofkammerarchiv“. Aus diesem Anlass erfolgte im Laufe des Jahres 2006 auch die räumliche Zusammenführung im 3. Bezirk.

Literaturhinweis: Christian Sapper: Das Hofkammerarchiv im Wandel der Zeiten. Vom Aktenfriedhof zur Forschungsstätte für Historiker. In: Gottfried Mraz [Red.]: Franz Grillparzer, Finanzbeamter und Archivdirektor. Festschrift zum 200. Geburtstag. Hg. vom Bundeskanzleramt der Republik. Österreich. Berwang [u.a.]: Steiger 1991, S. 147 ff.