Patientenbefragung durch die CAM Austria:
Bitte macht euch die Mühe, den hier downloadbaren Fragebogen
auszufüllen und an uns zu schicken! Cannabis als Medizin
muss im Gespräch bleiben, wenn das Recht auf Selbstbestimmung
jemals auch die Gesundheitsversorgung betreffen soll. Je mehr Fragebögen
uns (selbstverständlich anonymisiert) zukommen, desto aussagekräftiger
werden die Ergebnisse der Befragung sein und desto höher ihr
politisches Gewicht.
Download Fragebogen (PDF)
Bitte ausdrucken,
ausfüllen und an die angegebene Adresse oder an
CAM Austria, Lindengasse 27, 1070 Wien
senden.
Anwendungsgebiete für THC und Cannabis
Einsatzmöglichkeiten für natürliche
Cannabisprodukte bzw. THC (Dronabinol)
ergeben sich heute vor allem bei organisch bedingter Spastik (Multiple
Sklerose,
Querschnittlähmung), bei Schmerzzuständen, bei Appetitlosigkeit
und Abmagerung
im Rahmen fortgeschrittener AIDS- und Krebserkrankungen, bei Nebenwirkungen
der
Krebschemotherapie sowie bei anderen Ursachen von Übelkeit
und Erbrechen und
beim Glaukom (grüner Star). Daneben wird über einen erfolgreichen
Einsatz bei
Epilepsie, bei Asthma, bei Bewegungsstörungen, bei Entzugssymptomen,
bei
reaktiver Depression und einigen weiteren Erkrankungen berichtet.
Einen sehr guten, kurzen Überblick verschafft
die Ö1-Broschüre, die zur Sendung Radiodoktor
am 23.01.2006 erschienen ist; kostenlos zu bestellen beim
Hörerservice: 01/501 70 371
The therapeutic potential
of cannabis
Aktuelle, sehr gute Aufarbeitung des Wissensstandes durch das Top-Ärztejournal
"The
Lancet". Format: pdf, 538 kB. Sie benötigen den Acrobat
Reader
!!Sonderheft CANNABIS der
schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme
- SFA
pdf-Datei zum Download (785 kB); Sie benötigen den Acrobat
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Gerd U. Radtke beschreibt in einem recht medizinischen Artikel
in der Zeitschrift Naturheilpraxis
ein völlig neues Medikament: Cannabis sativa e seminibus,
eine rein CBD-hältige, spagyrische oder homöopathische
Zubereitung. Hier
der Artikel im Wortlaut.
"Der größte Vorteil von Cannabis als Medikament
ist seine ungewöhnliche
Sicherheit. Das Verhältnis von tödlicher zu wirksamer
Dosis beträgt nach
Schätzungen anhand von Tierversuchsdaten bei oraler Aufnahme
20.000 zu 1,
mindestens jedoch 1.000 zu 1. Es gibt keinen zuverlässigen
Hinweis für den Tod
eines Menschen durch Marihuana-Konsum. Cannabis hat den Vorteil,
keine
physiologischen Funktionen zu stören oder Organe zu schädigen,
wenn es in
therapeutischer Dosierung eingenommen wird." (Dr. med. Franjo
Grotenhermen, Hanf
als Medizin)
Gut belegt sind die muskelrelaxierende, beruhigende, stimmungsaufhellende,
appetitanregende, antiemetische (übelkeitshemmende), schmerzstillende,
bronchienerweiternde und augeninnendrucksenkende Wirkung.
In den meisten Einsatzbereichen kommen mehrere Wirkungen zugleich
zum Tragen:
AIDS-Symptomatik: Appetitsteigerung, Antiemetik, Stimmungsaufhellung
Opiat- und Alkoholentzüge: Beruhigung, Stimmungsaufhellung,
Schmerzlinderung,
Antiemetik
Chemotherapie: Appetitsteigerung, Antiemetik, Stimmungsaufhellung
Multiple Sklerose, PMS, Migräne: Muskelrelaxierung, Schmerzlinderung,
Beruhigung
Besonders in der Behandlung von Schmerzen eignet sich Cannabis vorzüglich,
da es
die Wirkung von potenteren, aber problematischen Opiaten verstärkt.
Dadurch kann
deren Dosierung stark verringert werden. Zugleich wirkt Cannabis
der von Opiaten
geförderten Übelkeit und deren atemdepressiver Wirkung
entgegen.
Erfahrungsberichten zufolge eignet sich Cannabis bei neuralgischen
Schmerzen in
Armen und Fingern, Trigeminusneuralgie, rheumatischen Beschwerden,
Ischialgien
der Hüfte, Zahnschmerzen und schmerzhaften Menstruationen.
Hervorgehoben wurde
immer wieder der positive Einfluss von Cannabis bei Migräne
- sowohl im Akutfall
als auch anfallsvorbeugend.
Neuere Forschungen ergaben mitunter ein zwiespältiges Bild:
analog zur
gesteigerten Hautsensibilität durch die Einnahme der Droge
wurde bei einigen
Tests sogar eine gesteigerte Schmerzempfindlichkeit festgestellt.
Der Schluss
daraus: es kommt sehr auf die Art des Schmerzes an, ob Cannabis
angezeigt ist
oder nicht.
Es zeigte sich auch, dass die stimmungsaufhellende und entspannende
Wirkung von
Cannabis für die Schmerzbekämpfung eine wesentliche Rolle
spielt: Der Patient
kann sich von den Schmerzen distanzieren, sie verlieren an Bedrohlichkeit.
Der vielleicht interessanteste Aspekt von Cannabis in der Schmerztherapie
ist
aber die Wirkungsverstärkung im Zusammenspiel mit Opiaten.
Cannabis bzw. einzelne Inhaltsstoffe (THC, Cannabidiol, Cannabigerol,
Cannabichromen, Cannabinol ...) weisen ein therapeutisches Potential
auf, das
noch weit über das beschriebene hinausgeht. Die bestehende
Gesetzeslage
behindert die weitere medizinische Forschung.
Der Naturstoff enthält über 400 Substanzen, von denen
mindestens 60
therapeutisch wirksam sind. Cannabis wirkt daher nicht spezifisch,
in einem Fall
erwünschte können in einem anderen Fall unerwünschte
Wirkungen sein. Allerdings
trifft dies im Grunde auf jedes Medikament zu - kein medizinisches
Mittel wirkt
bei jedem, keines wirkt bei jedem gleich. Im Vorhandensein dieses
"Wirkstoffcocktails" liegt auch eine große Chance:
Hanf, auf spezifische
Wirkstoffgehalte hin gezüchtet, ließe sich für verschiedenste
Einsatzgebiete Maßschneidern. Die Voraussetzung für solche Untersuchungen
wäre freilich eine
Änderung der Gesetzeslage.
Im direkten Vergleich Naturstoff - Monosubstanz (THC) erwies sich
die
Pflanzendroge stets als leicht überlegen: Sie wirkt mindestens
gleich gut, ist
dabei aber etwas besser verträglich.
Für die Pflanze spricht darüber hinaus der Preis - 100
Milligramm THC in Form
einer Hanfblüte kosten 210 Euro, dieselbe Menge in Form
von
Dronabinol-Kapseln zu 2,5 mg kommt auf rund 90 Euro.
Für die Monosubstanz (Dronabinol) spricht v.a. dessen legale
Verfügbarkeit und
die Standardisierung der Wirkstoffmenge (im Fall der Naturdroge
allerdings auch
eine Folge der Illegalisierung). Was die Kosten betrifft - die
Bereitschaft der Krankenkassen, sie zu übernehmen, ist eindeutig
im Steigen
begriffen.
Cannabis ist selbstverständlich kein Allheilmittel. Wie jedes
Präparat ist es
bei manchen unwirksam, bei anderen mit unerwünschten Nebenwirkungen
verbunden -
dies allerdings selten und zumeist harmlos. Die Ausnahme: Bei einer
(latent)
vorhandenen Schizophrenie (immerhin 1 % der Bevölkerung) kann
ein psychotischer
Schub ausgelöst werden. Die Steigerung der Herzfrequenz könnte
Koronarpatienten
ebenfalls in die Reihen der Risikogruppen stellen; allerdings wird
dieser Effekt
durch die blutdrucksenkende Wirkung von Cannabis konterkariert.
Cannabis (Harz und Blütenstände; Hanfblätter sind
KEIN Suchtgift),
Zubereitungen daraus oder aus THC unterliegen einem expliziten
Verschreibungsverbot - im Gegensatz zu Substanzen wie Amphetaminen,
Kokain,
Hydromorphon, Opium und Zubereitungen ... mit vergleichsweise weit
erhöhten
Risiken im Gebrauch.
Das suchtbildende Nikotin und der gleichfalls suchtbildende, hirn-
und
organschädigende Alkohol sind sogar über den Handel bzw.
rezeptfrei in jeder
Apotheke erhältlich. Cannabis ist ein über Jahrtausende
bewährtes Heilmittel,
ungewöhnlich therapeutisch sicher und sehr nebenwirkungsarm.
Es - wie übrigens
auch Cocablätter - lege artis für gefährlicher als
synthetische, suchtbildende,
hirn- und organchädigende Substanzen zu erklären, entbehrt
jeder faktischen
Grundlage.
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