von Gerd U. Radtke
Bezeichnung, Urtinkturen und Dilutionen
Nach mehreren Jahrzehnten des Verbots von Cannabis-Arzneimitteln in Europa, den USA sowie in den anglo-amerikanischen Staaten, hat nun der Autor unter Mitwirkung der STAUFEN-Pharma GmbH & Co.KG, Göppingen, Hersteller der hier vorzustellenden Arznei, den lindernden und heilenden Wirkstoffen des Cannabis sativa L. zu einer spagyrischen bzw. homöopathischen Renaissance verholfen.
Die Heilpflanze Cannabis und ihre Verbreitung
Seit Jahrtausenden kennt man die medizinisch-therapeutischen Wirkungen dieser wohl ältesten und stabilsten Kulturpflanze der Erde.
Diese äußerst widerstandsfähige Pflanze hat ihren Ursprung im asiatischen Raum, vermutlich im Gebiet rund um den Himalaja, und kam dann über Vorderasien, Afrika und die ägyptisch-arabische Hemisphäre im ersten vorchristlichen Jahrtausend nach Europa.
Bei vielen vor- und nachchristlichen sowie asiatischen Kulturen standen nicht die rauscherzeugenden Inhaltsstoffe, sondern die vielseitigen heilenden Wirkstoffe der Pflanze bzw. ihrer einzelnen Teile (Wurzel, Blätter, Blüten) im Vordergrund.
Im frühen 19. Jahrhundert begann der Einzug von Cannabis als allseits anerkanntes Arzneimittel in die westliche Medizin, um dort seinen festen Platz zu verankern. Zwar war damals der Hauptwirkstoff, das psychotrope D-9-Tetrahydrocannabinol (D-9-THC), noch nicht bekannt, trotzdem wurde es sehr vielseitig und vor allem wirksam eingesetzt, so z.B. bei: Muskelkrämpfen, Epilepsie, Asthma, Nervenschmerzen, Migräne, Wundstarrkrampf u.v.a.m. Schon William Boerickes Materia Medica aus dem Jahr 1927(1) verzeichnet ein breites Spektrum von Indikationen, beginnend mit den Augen (Hornhauttrübung) bis hin zum Herzen (u.a. Perikarditis). Noch die Klinische Homöopathische Arzneimittellehre von Dr. Karl Stauffer von 1955 (2) beschreibt Cannabis als u.a. indiziert bei heftigen Stimmungsschwankungen, Irritationen des Nervensystems, klopfenden Karotiden etc.
Insgesamt werden in der Pflanze ca. 400 Wirkstoffe bzw. Wirkstoff-Komponenten vermutet, von denen bisher nur ein relativ kleiner Teil (ca. 10%) nachgewiesen, bzw. untersucht worden ist.
Aufgrund des offensichtlichen Mißbrauchs dieser Wirkstoffe hier gehen die Meinungen weit auseinander , vor allem des D-9-THC zu Rauschzwecken und den damit verbundenen Folgen, wurde in den westlichen Industrienationen der Anbau, die Ernte, die Verarbeitung und der Gebrauch von Cannabis verboten und unter Strafe gestellt.
Hiervon waren und sind Verarbeitung und Verbreitung zu medizinisch-therapeutischen Zwecken nicht ausgenommen.
Für die Anwendung in Ausnahmefällen wurde mit der 10. Betäubungsmittel-Rechtsänderungs-Verordnung, die am 1. Februar 1998 in Kraft trat, die Möglichkeit zur Rezeptierung von Cannabis unter der Wirkstoff-Sammelbezeichnung Dronabinol geschaffen. In begründeten Einzelfällen kann auch das aus den USA stammende Marinol®, ein synthetisch hergestelltes THC-Arzneimittel (auch Nabilon), in Deutschland rezeptiert und eingeführt werden.
Nach vielen Jahrzehnten der Verbannung steht jetzt erstmals wieder ein Cannabis-Arzneimittel zur Verfügung, das nach den Vorschriften des Homöopathischen Arzneibuches (HAB) (3) sowohl spagyrisch als auch homöopathisch aus dem Samen der Pflanze Cannabis sativa L. legal und mit Genehmigung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte in Deutschland hergestellt wurde.
Von der spagyrischen bzw. homöopathischen Herstellung abgesehen, liegt der wesentliche Unterschied zu ehemaligen Cannabis-Arzneien darin, daß durch die Auswahl des Samens der Cannabis-Pflanze nicht der psychotrope Wirkstoff D-9-THC Protagonist der Heilwirksamkeit ist, sondern der der halluzinogenen Wirkung entgegenstehende Wirkstoff Cannabidiol (CBD), der mengenmäßig der zweitwichtigste Wirkstoff des Cannabis ist.
Wichtigste nachgewiesene Cannabinoide sind u.a.: Cannabinol, Cannabidiol, D-9-Tetrahydrocannabinol*, D-8-Tetrahydrocannabinol*, Cannabifuran, Cannabichromanon, Cannabichromen, Cannabicoumaronon und Cannabicyclol (4)
*psychotrop
Cannabidiol wirkt nicht nur der halluzinogenen Wirkung des D-9-THC entgegen, sondern verstärkt dessen sedierende und schmerzhemmende Wirkung.
Es wirkt: antiepileptisch, spasmolytisch, antibiotisch, fördert frequenzneutral die Durchblutung des Herzens, ist Augeninnendruck-senkend und soll sich gut zur Auflösung von Angstzuständen und Psychosen eignen (5).
Entscheidend für die Auswahl des Samens der Cannabis-sativa-L.-Pflanze zur Aufbereitung als spagyrische bzw. homöopathische Arznei war die Annahme, daß die arzneilichen Wirkstoffqualitäten unter Ausschaltung des psychotrop wirkenden D-9-THC erhalten bleiben. D-9-THC findet sich im wesentlichen in der ausreifenden Pflanze, vor allem in den weiblichen Blütenspitzen, bzw. in dem aus ihnen gewonnenen Harz, das vor allem Dibenzopyran-Derivate enthält. D-9-THC entwickelt sich über die Vorstufen Geranylpyrophosphat, Olivetol, Cannabigerol und Cannabidiol im Rahmen des pflanzlichen Syntheseprozesses.
Unsere Überlegung geht dahin, daß in den pflanzenorganischen Synthesevorgängen bis zum Stadium Keimling alle künftigen Wirkstoffkomponenten genetisch angelegt sind, und zwar bis zu der genetisch bedingten biochemischen Synthese-Schnittstelle zwischen Cannabidiol und D-9-THC, das sich erst mit zunehmender Ausreifung über den Wachstumsprozeß unter phytohormonellen Bedingungen im Zusammenwirken mit der Photosynthese bildet.
Wir haben es hier folglich mit einem, den Synthesevorgängen im pflanzlichen Organismus folgenden Wirkstoff-Unterbau zu tun, der alle für Heilzwecke notwendigen Komponenten beinhaltet und den wir daher therapeutisch vielfältig nutzen können.
Zunächst einmal gehen wir von den in der Fachliteratur vielfältig über Jahrzehnte beschriebenen Wirkungsmerkmalen bei onkologisch-postoperativen Beschwerden, vor allem im Zusammenhang mit chemotherapeutischen Maßnahmen, aus. Insbesondere die i.d.R. auftretende Übelkeit und Erbrechen bei Zytostatika-Therapie und deren Linderung bzw. Ausschaltung durch oral eingenommene Cannabis-Gaben in der Vergangenheit mit Pharmaka auf THC-Basis mit den entsprechenden unerwünschten Nebenwirkungen behaftet sind u.a. therapeutisches Ziel des hier vorhandenen spagyrischen bzw. homöopathischen Arzneimittels ebenso wie die Linderung bzw. Auflösung von Spastizität bzw. Muskelspasmen bei unfallbedingten Rückenmarksverletzungen u.a.m.
Ferner sehen wir einen großen Nutzen in der Glaukombehandlung durch die Augeninnendruck-senkende Wirkung von Cannabis, den Einsatz bei der frequenzneutralen Förderung der Herzdurchblutung, den adjuvanten Einsatz in der Schmerztherapie etc.
Verantwortlich für die pharmakologischen Effekte sind Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn (Rezeptor-Protein),
von denen bislang zwei pharmakologisch unterschiedliche Formen bekannt sind (6).
Bei unseren Überlegungen haben wir uns u.a. auf den tonisierenden und revitalisierenden Einfluß des Cannabis auf das Funktionssystem Thymus und hier speziell auf die Glandula thymus, die innersekretorische Brustdrüse als zentrales lymphatisches Organ, das für die Entwicklung und Stabilisierung des Immunsystems von vitaler Bedeutung ist, konzentriert.
Ihre Absonderungen gehen direkt ins Blut. Thymus und Milz bilden in dem weit verzweigten Netz ihrer Aktionswege (Lymphgefäße, Blutgefäße und Retikulum) das Immunsystem, wobei die in der Thymusrinde durch Mitose entstehenden T-Lymphozyten in die lymphatischen Organe wandern. In fortgeschrittenen Lebensjahren ist der Thymus zu einem retrosternalen Fettkörper umgewandelt, bei dem sich jedoch stets Thymusreste erhalten.
Hiermit verbunden ist ein zunehmender Alterungsprozeß unterstellt (die inkretorische Funktion des Thymus ist allerdings noch nicht hinreichend erforscht) und damit ein schwächer werdendes Immunsystem, einhergehend mit gehäuft auftretenden Alterserkrankungen wie Diabetes, Krebs, M. Alzheimer u.a.m.
Es ist bekannt, daß das Funktionssystem Thymus (auch in Verbindung mit der Hypophyse und dem Hypothalamus) durch Gabe von Organhomogenaten tierischen Ursprungs medizinisch therapeutisch unterstützt wurde. Tatsächliche Revitalisierungserfolge beim Thymus konnten jedoch nie schlüssig nachgewiesen werden (7). Aufgrund u.a. der Virus-Problematik (BSE, MKS u.ä.) kann tierisches Ausgangsmaterial zur Unterstützung des Funktionssystems Thymus keine Anwendung mehr finden. Produkte aus der Pharmakologie/Allopathie und/oder Homöopathie mit komplexer Wirkung auf die oben beschriebenen Aktionswege sind derzeit nicht bekannt.
Das hier nun vorgestellte spagyrische bzw. homöopathische Cannabis-Arzneimittel unterstützt
durch seine Aufnahme über die Mund- und Rachenschleimhäute in das Zirkulations- und Mikrozirkulationssystem und auf diesem Wege in das Endocrinum die Glandula thymus in ihrer Funktionsleistung;
die T-Lymphozyten-Aktivierung, d.h. den Übergang von der Interphase in das Synthese- und Postsynthese-Stadium mit Ausprägung der Rezeptoren an der Zelloberfläche sowie der Sekretion von Interleukinen.
Ferner gelangt der Wirkstoff über Rezeptoren in den Schleimhäuten des Mund- und Rachenraumes in das lymphatische System und damit in die lymphatischen Organe, wie Lymphgefäße, Lymphknoten, Tonsillen und Lymphfollikel in den Schleimhäuten der Luftwege und des Darms, um dort resorbiert und in den oben beschriebenen Funktionskreislauf eingespeist zu werden
Es wird auch vermutet, daß die Wirkstoffe des Arzneimittels im Zusammenwirken mit der Biophotonenaktivität innerhalb der Zellen (sowohl in den Bindegewebs- als auch in den Organzellstrukturen) an der Mitosespindel- Bildung und somit an der Mitose selbst teilhaben, was zur Folge hat, daß das Wechselspiel zwischen chaotischen und kohärenten Energiestrukturen im Zellaufbau harmonikalen Charakter auf der Ebene der Phasenschwelle hat.
Es besteht ebenfalls die Ansicht des Verfassers, daß das Arzneimittel aufgrund seines Hauptwirkstoffes Cannabidiol, der antipsychotrop bzw. antipsychodelisch wirkt, bei Sucht- und Drogenentzug-Therapien wirksam eingesetzt werden kann.
Zusammenfassung
Ohne eine, im strengen rechtlichen Sinne, therapeutische Indikationenangabe zu machen, können der hier vorgestellten spagyrischen/homöopathischen Arznei zusammenfassend folgende Eigenschaften zugeschrieben werden:
1. Linderung von Beschwerden bei Zytostatika-Therapie (Übelkeit, Erbrechen, generelles Unwohlsein)
2. Linderung bzw. Auflösung von Spastizität bzw. Muskelspasmen nach unfallbedingter Rückenmarksverletzung
3. Bewegungsharmonisierung
4. Senkung des Augeninnendrucks (z.B. bei der Glaukom-Behandlung)
5. Frequenzneutrale Förderung der Herzdurchblutung
6. Adjuvanter Einsatz in der Schmerztherapie
7. Verbesserung der Zellkernteilung (Mitose)
8. Stärkung des Immunsystems (hier: adjuvant in der AIDS-Therapie, onkologische Nachsorge)
9. Funktionsverbesserung und Harmonisierung der endokrinen Drüsen
10. Einsatz in der Sucht- und Drogenentzug-Therapie
Eine Lanze für die Pflanze
Zuletzt noch ein paar Worte zu den Gründen, warum gerade der Hanf einen derart hohen Stellenwert in der Naturheilkunde einnehmen kann.
Wie bereits eingangs erwähnt, stellt die Hanfpflanze eine der ältesten Kulturpflanzen der Erde dar, wahrscheinlich sogar, neben dem Ginkgo, die älteste. Der erste in der Menschheitsgeschichte bekannte Webstoff war wohl aus Hanf. Und das ist zirka 10000 Jahre her!
Hanf ist eine ausgesprochen genügsame, aber trotzdem oder eben deshalb extrem stabile Pflanze. Sie erreicht voll ausgewachsen eine Höhe von bis zu 4 m, manchmal auch bis zu 6 m. Sie wurzelt tief, zieht auch aus nahezu total ausgelaugtem Boden noch Wasser und Nährstoffe und fühlt sich in klimatisch sehr unterschiedlichen Regionen wohl. Sie ist in der Lage, durch Monokultur und Überdüngung heruntergewirtschaftete Böden wieder mit Mikroorganismen zu besiedeln und zu kultivieren, die ihrerseits für eine weitergehende Neubesiedelung und Neuversorgung dieser Böden sorgen.
Dieses Vermögen einer diskreditierten Pflanze schlägt sich konsequent auch in ihrem Wirkstoffpotential nieder. Heilpflanzen, und man braucht kein Esoteriker zu sein, um dies zu erkennen, bieten sich im Rahmen einer auf Symbiose ausgerichteten Lebens- und Umweltstruktur dem Menschen geradezu zur heilsamen Nutzung an. Der Hanf gehört zu diesen Pflanzen, hätte man ihn nicht aus sehr durchsichtigen Gründen diskreditiert. Eine derart starke und lebenswillige Pflanze beinhaltet einen ebenso starken Willen, ihre Lebenskraft auch auf den Menschen zu übertragen. Dieses Angebot nehmen wir gerne an. Darum ist es nun da, das spagyrische bzw. homöopathische Hanf-Arzneimittel!
Cannabis sativa e seminibus
spagyrisch: ø = D 1
D 2 bis D 10
D 12, D 30
homöopathisch: ø = D 1
D 2 bis D 10
D 12, D 15, D 20, D 30
Literatur:
(1) Boericke, William: Pocket Manual of Homoeopatic Materia Medica, Philadelphia, 1927
(2) Stauffer, Karl: Klinische Homöopathische Arzneimittellehre, Johannes Sonntag, Regensburg, 1955, S. 183
(3) Homöopathisches Arzneibuch 2000, (HAB 2000), Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart, 2000, Vorschriften 25 und 26
(4) Römpp-Lexikon, Chemie, Georg Thieme Verlag, Stuttgart-New York, 1996, S. 592
(5) Grotenhermen, F., Karus, M.: Cannabis als Heilmittel, nova-Institut, Köln, 1995, S. 15
(6) Römpp-Lexikon, Chemie, a.a.O.
(7) Zetkin, M., Schaldach, H.: Wörterbuch der Medizin, Ullstein-Mosby, 15. Auflage, Berlin, 1992, S. 732
Goedecke, H., Karkos, J.: Die arzneiliche Verwendung von Cannabisprodukten, in: Deutsche Apotheker Zeitung, 136. Jahrg., Nr. 34, 1996, S. 2859 (35) ff.
Grotenhermen, F., Huppertz, R.: Hanf als Medizin. Karl F. Haug Verlag, Heidelberg, 1997
Herer, J., Bröckers, M., nova-Institut: Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf, Cannabis, Marihuana. Wilhelm Heyne Verlag, München, 1996
Rätsch, Christian: Hanf als Heilmittel. Nachtschatten/Werner Piper's Medienexperimente, Solothurn/Löhrbach 1992
Täschner, Karl-Ludwig: Haschisch eine ungefährliche Droge? in: Deutsche Apotheker-Zeitung, 128. Jahrg., Nr. 22, 1988, S. 1148 ff.
Anschrift des Verfassers:
Gerd Ulrich Radke
Auguststr. 12
22085 Hamburg