Kongress

Cannabinoide und Fahrtauglichkeit.
Ein Graustreifen im Straßenverkehr

Samstag, 21. März 2020   10:00 Uhr – 16:00 Uhr

Tagungs- und Veranstaltungszentrum Europahaus Wien
Linzer Straße 429, 1140 Wien

Einladung

Cannabis und Cannabinoide – ein Thema, das wie kein anderes die Gemüter erhitzen lässt. Für die Einen ist die Pflanze Cannabis mit ihren Cannabinoiden ein Heil- für die Anderen – ein Suchtmittel.
Ein Suchtmittel wird schon per definitionem stigmatisiert, sei es von den anderen Mitbürger*innen, oder sei es von den Ärzt*innen, die sich darauf nicht einlassen, eine Behandlung damit durchzuführen, oder seitens der Exekutive, die die Einnahme der cannabinoidhaltigen Medikamente vor allem im Straßenverkehr in vielen Fällen dem illegalen Drogenkonsum gleichsetzen und somit automatisch von der Fahruntüchtigkeit einer Person ausgehen. Führerscheinentzug sowie langwierige Gerichtstermine sind die Folgen.
Bei der Einnahme von Beruhigungsmitteln, Antidepressiva oder Opioiden wird die Frage der Fahrtüchtigkeit allerdings nicht so in den Vordergrund gestellt bzw. exekutiert, wie bei der Einnahme der cannabinoidhaltigen Medikamente. Bereits kleine Menge von THC im Urin bzw. im Blutkreislauf bringt den judikativen Stein ins Rollen. Dabei ist die Menge bzw. die Grenze der Cannabinoide im Blut beim Bedienen eines Fahrzeuges gesetzlich gar nicht festgelegt, wie das bei Alkohol der Fall ist. Zu berücksichtigen ist auch, dass gerade die Substanz bzw. das Monocannabinoid THC sich über Wochen nach der letzten Einnahme im Blutkreislauf nachweisen lässt. Auch dieser Punkt wäre bei Fragestellung der situativen Fahrtauglichkeit zu beachten.

Um eine adäquate Patient*innen Versorgung zu gewährleisten, benötigen wir klare Regelung des Umgangs mit Cannabinoiden. Der Grenzwert der Monosubstanz THC im Blut soll von den Toxikolog*innen sowie Amtsärzt*innen die Fahrtauglichkeit klar definieren. Selbstverständlich ist die Sicherheit auf den Straßen das oberste Gebot. Die Patient*innen sollen allerdings nicht als Drogenkonsumenten auf der Straße gelten oder als solche geahndet werden.

ARGE Cannabis als Medizin hat zusammen mit Medical Cannabis Research & Analysis GmbH einen sog. Cannabinoiden-Pass entworfen, der eine breite Zustimmung nicht nur unter der Patientenschaft, sondern auch unter der Ärzteschaft und zum Teil auch unter der Exekutive gefunden hat. Wenn auch der Pass kein amtliches Dokument ist, doch bietet er vielen Betroffenen Sicherheit und eine geringe Entstigmatisierung bei der Einnahme der cannabinoidhaltigen Präparate.

Die eingeladenen Expert*innen stellen eine hervorragende Grundlage für eine konstruktive Auseinandersetzung mit diesem Thema dar, wobei wir auf die Zusage seitens der Exekutive noch hoffen, damit wäre gesellschaftliche Debatte aus unserer Sicht abgerundet.

Eine Veränderung des Status quo der cannabinoidhaltigen Medikamente in der Straßenverkehrsordnung ist nur unter Wirkung der Legislative sowie der Exekutive möglich.

Wir freuen uns Sie auf diesem spannenden Kongress begrüßen zu dürfen!

Mag.a. Aušra Blaas (organisatorische Leitung)
Dr. med. univ. Kurt Blaas (Ärztliche Leitung)

Das ausführliche Programm sowie organisatorische Details zur Veranstaltung finden Sie auf dieser Seite unter den jeweiligen Unter-Menüpunkten des Kongresses.