NICHT (l)EGAL

Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen.
(Art. 25.1. der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte)


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Hanfinsten und Hanfistinnen,

eine Initiativgruppe startete eine Petition damit die Hanfpflanzen sowie Hanfsamen weiterhin legal bleiben.
Hier können auch Sie dem zustimmen. 


Die aktuelle Debatte, ob die Cannabisblüte in der Medizin in Österreich ihre Verwendung finden darf, lässt die Experten verschiedener Fachrichtungen laut werden. Es gibt pros und contras aus jeweiligen Überzeugungen heraus, es gibt aber durchaus auch sachlichen Blick auf das Thema, nämlich die fehlende oder aber auch die vorhandene Evidenz. Über das Letztere spricht man doch noch zu wenig. Hier können Sie allerdings den Einsatzgebieten zugeordnete Studien nachlesen.
Am 13. Juli 2018 hat derstandard.at über die von der deutschen Technischen Krankenkasse beauftragte Übersichtsarbeit berichtet, die die Mängel der Cannabismedizin auf verschiedenen Ebenen aufzeigt. Da ich jeden Tag mit diesem Thema konfrontiert bin und auch die Anlaufstelle für die Patientenschaft in der ärztlichen Ordination in cannabismedizinischen Angelegenheiten bin, würde ich gerne dazu meinen kurzen Kommentar abgeben:

  1. So wie auch aus dem Artikel hervorgeht, so wirft es tatsächlich Fragen auf, warum die homöopathische Medizin trotz der belegten fehlenden Evidenz weiterhin von der Technischen Krankenkasse gerne unterstützt wird, aber bei Cannabisverwendung nach Mängel gesucht wird. Ja, die Cannabisblüte ist kein Allheilmittel, das ist allerdings weder die Homöopathie noch jegliches andere Medikament aus der Schulmedizin.
  2. An der Stelle der Aussage von Bremener Ärztekammer füge ich einen Link von dem Portal leafly.de hinzu.
    In diesem Artikel können Sie nachlesen, wie die Bremener Ärztekammer, die Notwendigkeit der ärztlichen Fortbildung in Sachen Cannabismedizin nicht eingesehen hat. Es ist allerdings nur logisch, dass ohne der richtigen Fachkenntnisse ärztliche Tätigkeit nicht möglich ist. So wie ohne der nötigen Forschung keine in der Medizin gewohnte Evidenz möglich ist. Ebenfalls ist es kein Wunder, dass die Preise in den deutschen Apotheken für die Cannabisblüte so hoch sind, wenn die örtlichen Hanfbauer, die langjährige Erfahrung auf dem Gebiet aufbringen, die Pflanze für medizinische Zwecke nicht anbauen dürfen. Es ist wohl eine Kettenreaktion. Man darf sich halt nur nicht wundern, wenn auf dem Gebiet noch viele Fragen offen sind.
  3. Die Cannabisblüte soll nicht für jeden Patienten, jede Patientin bei jedem Beschwerdebild eingesetzt werden. Die Cannabisblüte soll ein Ausdruck der fortgeschrittenen und liberalen medizinischen Versorgung im Sinne des Wohles der Patientenschaft dienen. Es sollen alle, die die Blüte benötigen, sie auch bekommen. Alles andere ist Bevormundung der PatientInnen und sogar Fahrlässigkeit im Sinne des gezwungenen illegalen Konsums.
  4. Ja, Deutschland hat tatsächlich Schwierigkeiten in der cannabismedizinischen Versorgung. Hierfür wäre ein Versorgungsplan nötig gewesen, von Anbau des Hanfes und Auslieferung in die Apotheken, von ärztlichen Aus- und Fortbildungen und PatientInnen Informationen bis Verschreibung und sichere Einnahme. Ja, es ist ein (alt)neues Gebiet der Medizin, das ausgebaut werden soll und hierfür einige Ressourcen benötigt. Die verwendeten Ressourcen kommen aber durch gesündere oder aber auch zufriedenere Patienten und Patientinnen, die ihre Lebensqualität zurückerlangt haben, vielfach zurück.
    Die ärztliche Ethik besagt: die Aufgabe oder besser gesagt die Berufung eines Arztes, einer Ärztin besteht nicht nur darin eine Heilung zuzufügen, da es oft gar nicht möglich ist, sondern darin – den Patienten/die Patientin durch seine/ihre Krankheit zu begleiten. Ihm oder ihr zu helfen mit der Krankheit zu leben. 

In der Hoffnung, dass Österreich es besser als Deutschland machen wird,

Aušra Blaas


Die Pflanze Cannabis und ihre medizinische Anwendung erlebt derzeit Renaissance. Die Gründe hierfür sind vielfältig sowie komplex. Die immer größer werdende Nachfrage lässt auch das Angebot wachsen. Es öffnen verschiedene Geschäfte und Zentren, die für die Heilwirkung der dort zum Verkauf ausgestellten Substraten und Mixturen aus der Heilpflanze plädieren. Im Internet ist das Angebot um vielfaches höher. An dieser Stelle gerät die Patientenschaft nicht selten in Unwissenheit, Unentschlossenheit aber auch in Überforderung. Was soll man nehmen, wie viel und wann, und soll man es überhaupt nehmen? An dieser Stelle ist allerdings die Fachberatung gefragt und auch dafür zuständig. Die Medizin kann allerdings sich nur für qualitativ hochwertige, in Medizin verwendete Standards einsetzen und auch nur solche Präparate für den medizinischen Gebrauch verschreiben.

Wir bitten daher um Verständnis, dass die Information in unseren Vorträgen oder aber auch auf dieser Seite betreffend der cannabinoidhaltigen Präparate sich nur auf die zugelassenen, in Apotheken erhältlichen Medikamente bezieht.


 

cannabsimedizin-buch-coverDas Buch Cannabismedizin von Österreichs führendem Experten Dr. Kurt Blaas kann ab sofort hier oder bei Ihrem Buchhändler bestellt werden kann.

Wiener Allgemeinmediziner Kurt Blaas gibt mit seinem Buch zum ersten Mal in Österreich Einblick in die Grundlagen der Cannabismedizin. Dabei stellt Blaas die Wirkungsmechanismen der Cannabispflanze dar und erklärt wie die medizinische Versorgung von diesem vielversprechenden jedoch rechtlich heiklen Medizinzweig in Österreich funktioniert.

Viele PatientInnen würden sich die getrocknete Cannabisblüte zwecks Heilung Ihrer Krankheit wünschen, in Österreich ist sie allerdings noch nicht erlaubt. Warum es so ist, wie es kulturhistorisch dazu kam und mit welchen Konsequenzen man bei eigenmächtiger Behandlung mit Cannabis zu rechnen ist, wird im Buch ausführlich von dem Rechtsanwalt Mag. Gottfried Hudl und Kulturhistoriker Dr. Lutz Musner erklärt.